Caroline Link
 Intim, unglamourös und unersetzlich

 Von Hof nach Hollywood I

Caroline Link zeigte 1990 ihren ersten mittellangen Spielfilm SOMMERTAGE bei den Hofer Filmtagen und arbeitete 1991 bis 1994 als Gästebetreuerin in Hof...

1996 wurde sie mit JENSEITS DER STILLE für den OSCAR (Bester fremdsprachiger Film) nominiert.

2003 erhielt sie dann den OSCAR für NIRGENDWO IN AFRIKA (Bester fremdsprachiger Film).

Hof ist die ultimative Plattform für den deutschen Film.

1990, als ich meinen ersten Film dort zeigen durfte, liefen im Programm auch so gegensätzliche Filme wie Schlingensiefs DAS DEUTSCHE KETTENSÄGENMASSAKER und Sönke Wortmanns EINE WAHNSINNSEHE. Dazu Filme von Jan Schütte, Rosa von Praunheim, Peter Sehr und Tom Tykwer. Die Palette war immer sehr bunt.

Heinz' persönliche Vorlieben könnte ich bis heute nicht benennen. Er hat die Filme eingeladen, in denen er eine Qualität sah, egal welcher Natur. Wie ein Vater, der liebevoll seine unterschiedlichsten Kinder hegt und sie fördern will.

Um große Namen hat sich das Festival nie gekümmert; wenn sie dennoch kamen, umso besser.

Und die Retrospektiven - sie waren jedes Jahr ein Ereignis! Hier wie im deutschen Kino ist Heinz bis heute auf der Suche, auf der Suche nach Talenten, die noch kaum einer kennt, nach Geheimtips, nach Nachwuchs von den Filmhochschulen. Wie viele etablierte deutsche Regisseur/innen haben hier ihre ersten Arbeiten gezeigt! Und danach in Hof eine beständige Heimat gefunden.

Für deutsche Filmemacher gibt es keinen besseren Ort, die Branche auf sich aufmerksam zu machen.

Hof ist herrlich unglamourös. Hof ist intim. Hof ist für den deutschen Film unersätzlich.

Caroline Link