Filmtage- Historie
 Kleine Geschichte der Hofer Filmtage 2000 - 2004

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2002: Anke Engelke und Mavie Hörbiger waren in Hof zur Premiere von Detlev Bucks LIEBESLUDER

 


2002 - Premiere von HALBE MIETE. Regisseur Marc Ottiker mit Team uns Schauspielern. Ganz rechts: Produzent Wim Wenders

Im Jahr 2000 mag man sogar - dank Filmen wie LIEBESLUDER, ALASKA.DE und DIE INNERE SICHERHEIT - von einem kleinen Höhenflug sprechen. Der setzt sich 2001 fort. Die FAZ: »Man verläßt Hof mit dem Gefühl, fünf Tage lang gut unterhalten worden zu sein.« Wesentliche Beiträge dazu leisten Christian Petzolds (Foto links) TOTER MANN - mit dem Hofer Sven Pippig (Foto rechts) in einer der Hauptrollen - und Marc Rothemund mit einem Film, dessen Titel programmatisch ist für den krisengeschüttelten deutschen Film: DIE HOFFNUNG STIRBT ZULETZT.

Recht hat er. Auf einmal wird das deutsche Kino auch international wieder zur Kenntnis genommen. Nicht nur darf es seine Abstinenz bei großen Festivals beenden, es heimst sogar Preise ein - auch ein Oscar wird ihm endlich wieder zuteil. Kann es da ein Zufall sein, daß die Hofer Filmtage im Jahr 2003 erstmals einen deutschen Filmemacher zur Werkschau einladen, die bis dahin US-Amerikanern, Kanadiern, Briten, Australiern, Neuseeländern und Japanern vorbehalten war? Allerdings ist Ulli Lommel, nach Anfängen als Schauspieler bei Fassbinder, früh schon nach Amerika gegangen, wo er mit Andy Warhol bekannt wurde und ins Geschäft kam. Mit dem billig produzierten Horrorfilm THE BOGEYMAN gelang ihm ein Sensationserfolg. In Hof stellt er sich als ein Mann vor, den nur eine einzige Leidenschaft treibt -das Filmemachen. Dies paßt zum Gesamtprogramm, dem allgemein Hochkarätigkeit und Charme bescheinigt werden.

Auch 2004 luden die Hofer Filmtage wieder zu spannenden Entdeckungsreisen ein. Die Filme KAMMERFLIMMERN und NAPOLA (Foto rechts), auch ALLEIN und EGOSHOOTER, fanden ein lebhaftes Echo. Einmal mehr bewährte sich das einen neuen Besucherrekord verzeichnende Festival als Forum für den aktuellen Stand der Dinge im heimischen Kino, das, wie die Frankfurter Allgemeine schrieb, fünf Tage lang, »wenn Hof ist«, keine Krise kennt. FAZ-Redakteur Michael Althen weiter: Hätte Heinz Badewitz die Hofer Filmtage nicht erfunden, so würde
»das seltsam gesichtslose Städtchen im mitteleuropäischen Irgendwo« wahrscheinlich nur denen noch etwas sagen, die sich an die besseren Zeiten des FC Bayern Hof erinnern.

Ralf Sziegoleit

( Der Autor dieses Beitrags ist Kulturredakteur und berichtet über die Filmtage seit 1967 für die in Hof erscheinende Frankenpost.)